Donnerstag, 28. Februar 2013

Velbekomme!


Die Dänen und ihre Essgewohnheiten sind etwas, naja gewöhnungsbedürftig.
Zum Frühstück gibts hier in der Højskole noch recht normale Sachen, wie Müsli, Joghurt in Tetrapacks (solche wie es sie bei uns nur in Form von Frischmilch gibt!) und auch Knäckebrot hab ich schon gefunden.)
Lunch- Time in der Schule ist immer so gegen 11.30, und die Lehrer packen dann stets ihr Gemüse aus- ich bin immer ein bisschen neidisch - alle Essen Möhren! ;( - naja bei mir gibts zum Lunch wieder Müsli mit Joghurt, weil mir im Supermarkt  nichts besseres eingefallen ist. Neben dem Gemüse, wird natürlich auch das berühmte Smørrebrød verzehrt, also das "Brot mir Butter" ist dann dementsprechend belegt mit Käse und Tomaten und Wurst usw. Meistens ist es Roggenbrot.

Die Butter ist hier übrigens in 90% der Fälle gesalzen und Knäckebrot mit Honig und gesalzener Butter ist nur mäßig lecker.

Spannend wirds dann zum Abendbrot. Es gibt Kartoffeln in allen möglichen Formen - gekocht, gebraten, als Salat, überbacken usw. - da ich in Deutschland nur höchst selten einen Sack Kartoffeln kaufe und selbigen dann auch nur zum Teil verzehre, war dies in der ersten Woche ganz nett. WAR! Ich möchte Nudeln mit Bolognese oder Nudelauflauf or whatever. Manchmal gibt es dann auch Reis mit Turkey - drei Tage nacheinander. Abends gibt es natürlich dann auch wieder Brot mit Butter. Nichtsdestotrotz gibt es immer etwas zum sattwerden!

In der Schule ist besonders auffällig, dass die Kinder immer sehr gesunde Lunchpakete dabei haben. Niemand darf Sweets mitbringen für die Pause. Finde ich okay, und meiner Ansicht nach schadet das bis jetzt keinem. Für jedes Kind gibt es außerdem ein Päckchen Milch- auch sehr gesund für die kleinen Kinderknochen. :)

Außnahmen bestätigen ja immer die Regel: Wenn ein Kind Geburtstag hat, wird dieser nicht übergangen oder gar nicht erst bemerkt, wie in Deutschland. Nein er wird gefeiert. Das Kind welches Geburtstag hat bringt typischen Kuchen von Fünen mit. Das ist sehr süßer Kuchen mit viel Butter und braunem Zucker obendrauf und manchmal sind auch noch Sweets auf dem braunen Zucker - es kleben einem fast die Zähne zusammen, aber köstlich ist dieser Kuchen auf jeden Fall.
Hier ist das Rezept: http://www.visitdenmark.de/de/daenemark/brunsviger-kuchen

DAIM wird hier übrigens auch groß geschrieben, in Cookies, in Shokolade, und ganz normal als kleine Bonbons verpackt. Für alle DAIM Fans ist Dänemark also ein kleines Paradies.

Über eine weitere Dänische Köstlichkeit, die Lakritze, werde ich bei Gelegenheit einen eigenen Beitrag verpassen! Ehre wem Ehre gebührt! ;)

Also: Vi ses senere!
Chrissi

Montag, 25. Februar 2013

VELKOMME!

"Det er Christiane fra Tyskland"


Am heutigen Montag war es also so weit: Mein erster Schultag an der Anne Trolles Skole stand an. Weil ich nicht genau wusste, wann ich da zu sein habe, bin ich einfach mal auf gut Glück (nach einem guten Frühstück in der Højskole) halb neun losgelaufen. Laut Google Maps sind die 1,4 km in 17 Minuten zu bewältigen, ich war ein bisschen schneller. ;)


Angekommen in der Schule, (der Weg war für mich als kartenkundige Geographiestudentin ein Klacks) fragte ich nach der Direktorin und gleichzeitig meiner Mentorin Lone. 

Ich liebe es übrigens alle mit dem Vornamen anzusprechen - bis auf den Königin versteht sich! ;)

Lone begrüßte mich freudig, musste mir aber mitteilen, dass sie eine Konferenz hat und mir eine andere Lehrerin, Nina, die Schule zeigen soll. Und diese Schule...für alle angehenden Lehrer ein wahrer Genuss. Unsere Schulen sind ja meiner Erfahrung nach zumeist Stereotype Bauten, mit wenig Platz zur Freizeitgestaltung, aber diese Schule hat alles (Bilder folgen noch!), angefangen von den frei zugänglichen Computer und Ipad- Plätzen bis hin zu einem mega großem Pausenhof, der in Deutschland oftmals als viereckiger Kiesplatz bekannt ist. Wiese soweit das Auge reicht, Spielgeräte und keiner hat Angst eines der Kinder könnte plötzlich abhandenkommen oder ähnliches. Ich finde es großartig.

Ich war heute hauptsächlich mal zum reinschnuppern in der Schule. Ich begleitete Tina, Musik- und Dänischlehrerin, die durch mich ihr Deutsch wieder auffrischen möchte. Sie hatte in der zweiten Klasse Musik und die Kinder können alle irgendein Instrument spielen und Tina sieht ihren Job nicht als Beruf sondern als Berufung, so wie es als Lehrer sein sollte. Durch ihre Art kann sie die Kinder (und heute auch mich) in ihren Bann ziehen. Die Kinder sitzen übrigens nicht alle streng auf ihren Sitzplätzen, sondern sitzen im Musikraum im Stuhlkreis oder sie dürfen aufstehen zu tanzen. In der Kindergarten- Klasse sind wir in einen größeren Aufenthaltsraum gegangen und dort saßen die Kinder auf dem Boden - und es wurde gesungen und sich bewegt und geklatscht.

Morgen besuche ich mal die älteren Klassen, vor allem die Klasse 9, die schon länger Deutsch lernen und ich soll ihnen etwas über Halle erzählen. 

Die ersten Brocken dänisch habe ich übrigens heute auch schon abbekommen, aber es klappt auch sehr gut mit Englisch. Und wie gesagt einige können Deutsch. Ich werde auch bei Signe in den Unterricht gehen. Die Schüler lernen ab der 6. Klasse Deutsch und ich bin schon gespannt. 



Vis ses senere!
Chrissi

P.S. Gestern hat mir einer der Schüler der Højskole ein Kompliment gemacht, als er mich auf Dänisch ansprach und als ich fragte: "Oh, What?" und darauf er wiederum sagte: "Oh sorry, you looks a bit Danish!" YEAH ;)

Samstag, 23. Februar 2013

Fabelhaftes KBH!


Mit Kamera und City- Map ging es heute auf Erkundungstour durch KBH...obwohl Erkundung vielleicht übertrieben ist, schließlich kenne ich mich schon ein wenig aus hier.

Ich bin also heute früh erstmal losgelaufen in Richtung Innenstadt, da es noch ziemlich früh (gegen 9.30Uhr...der ein oder andere weiß vielleicht, dass ausschlafen in einem Hostel nicht so einfach ist!) war,  konnte ich beobachten wie die Stadt so langsam wach wurde. Ich ging gemütlich in Richtung Strøget, um dann am Nyhavn zu landen, der hübschen Straße am Hafen mit den bunten Häusern. 


Leider wurde mir der Blick zur Oper am Hafen dann verwehrt, da zur Zeit in KBH besonders viel gebaut wird. Ich ging dann weiter in Richtung Schloss Amalienborg, wo mir an diesem kalten Tag die Wachen besonders Leid taten. Die königliche Familie war übrigens auch zu Hause!

Auch ich bekam so langsam kalte Füße und ging erstmal zur Mamorkirche und wärmte mich an diesem Ort der Ruhe und Besinnlichkeit auf (auf diese Punkte wird man übrigens in der ganzen Kirche hingewiesen- also machte ich den Ton von meiner Kamera aus, um niemanden der Anwesenden beim Fotografieren zu stören). 

Danach entschloss ich mich die Kleine Meerjungfrau nicht zu besuchen - die bekommt eh immer zu viel Aufmerksamkeit.
Ich fuhr also mal ein Stückchen mit dem Bus weiter bis zur Holmens Kirke, die leider zu war und danach ging ich wieder ein Stückchen zu Fuß, bis ich beschloss, dass es Zeit war zurück ins Hostel zu fahren und mich kurz aufzuwärmen.

Danach überlegte ich wie ich sinnvoll mehr von der Stadt sehen konnte und entschied mich zunächst für eine kleine Busfahrt. Danach fuhr ich mit der S- Bahn und dann noch mit der fabelhaften fahrerlosen Metro...immer wieder ein Erlebnis, da man sich, sitzt man ganz vorne, ein bisschen wie in einem Videospiel. Die Metro fuhr mich zum Amager Strand. HALT STOP Strand? Es ist doch Winter?! Aber Strand ist schließlich auch im Winter schön, nur eben nicht für mehrere Stunden. Ich war etwas überrascht, als ich am Strand einige Kitesurfer beobachten durfte...die fuhren/ flogen/ surften dort munter hin und her, als hätten wir Sommer. Ich kenne andere Hobbys im Winter, aber nun gut, jeder wie er gerne möchte!
Das Bild ist übrigens am Strand entstanden und wenn ich euch jetzt fragt, warum ich nicht lächel: Es war so kalt, da ist mir das Lächeln eingefroren! ;-)

Morgen gehts dann zurück nach Brenderup, und um zu zeigen, wie klein dieses Dorf ist: Es fährt dort Sonntags genau ein Bus hin!

Vis ses senere!
Chrissi

Freitag, 22. Februar 2013

ANGEKOMMEN! 



Ein kleines Wort das perfekt für den ersten Eintrag hier passt. 


Angekommen in einem Land, das mich schon immer fasziniert hat und nun darf ich die nächsten vier Monate hier leben und Land und Leute erkunden und erleben. 

Die erste Episode durfte ich bereits heute erleben:

Szene Deutschland: ein Mädchen steht am Bahnsteig mit einem Riesenkoffer und wuchtet selbigen in den Zug - alle Menschen gucken nur doof. Szene Dänemark: Mädchen steht am Bahnsteig, mit selbigem Koffer... sofort kommen drei, vier Leute und wollen helfen. 

Noch muss ich mich zwar mit Händen und Füßen und natürlich auf Englisch verständigen, aber ich hoffe ich kann in der Schule etwas dänisch mit nach Hause nehmen

Angekommen bin ich auch in meiner Unterkunft. Eine internationale Højskole, die einer Schule mit verschiedenen Zweigen (also in Richtung Musik, Kunst, Kochen usw.) entspricht. Die Leute kommen hier her aus Mexiko, Polen, Kurdistan, Afghanistan, eigentlich von überall her.

Ich gehe hier zwar nicht zur Schule, aber ich darf hier die Nächte verbringen sowie Frühstück und Abendbrot mit den Schüler zu mir nehmen. Dabei kam sofort am ersten Abend eine nette Unterhaltung auf. Die erste Partyeinladung musste ich allerdings schwere Herzens absagen, da die weite Reise und der Gedanke an das Einrichten meines Zimmerchens mich auf das selbige trieben.

Zum Zimmer: Es ist schlicht und einfach. Aber man kann darin gut schlafen und vielleicht auch mal einen verregneten Nachmittag darin aushalten. 

Bevor ich ab dem nächsten Montag den Schulalltag während meines Praktikums schildern kann, gehts morgen erstmal in das Zauberhafte Kopenhagen übers Wochenende zum Induction Meeting. Das heißt früh aufstehen und Bus und Zug fahren. Morgen ist dann Gott sei dank weniger Gepäck dabei!

Vi ses senere!
Chrissi


Copenhagen



The lamb was tooooooo bloody!


Heute fand also das Induction Meeting in Kopenhagen statt. Ich bin also mal wieder besonders früh aufgestanden um mit dem Bus, einem weiteren Bus, dem Zug und noch einem Bus nach Kopenhagen zu kommen. Neben den anderen Assistenzkräften habe ich auch das dänische Schulsystem etwas näher kennen gelernt und etwas, was man "Kulturschock" nennt. Nach der ersten Zeit des WOW- Effekten soll nämlich der Zeitpunkt kommen, den man mit Heimweh verbindet. 

Naja wenn das bei mir soweit ist, lass ich es euch wissen.

Nach einem etwas gewöhnungsbedeüftigem Mittag und weiteren Tipps und Tricks bezüglich unserer Assistenzzeit ging es ins Nationalmuseum. Dort wurde uns im Eiltempo ein ganzes Jahrhundert (das 20. um genau zu sein) näher gebracht, da das Museum bereits um 17 Uhr schloss...schade eigentlich...aber die Dänen sind sehr auf ihre Regeln bedacht. Und 16.55Uhr wies uns ein Mann darauf hin: "We want to close now".

Der nächste Tagesordnungspunkt war dann ein nettes Abendbrot. Das klang ja schonmal in der Theorie nicht schlecht. Die Vorspeise bestand aus Salat, Parmesan und Erdauberginen. Dazu kamen noch Birnen und Walnüssen- die ich natürlich aussortiert habe.

Die Hauptspeise war Lamm...ich freute mich eigentlich, denn die Menüzusammenstellung klang lecker und schließlich mussten wir dafür nichts bezahlen. Naja ...das kam das Lamm und es war sehr, sehr, sehr Medium, um nicht zu sagen blutig. Die Soße darunter färbte sich nach dem einschneiden rot...mehr muss ich dazu wahrscheinlich nicht sagen. Die drei Lammstücken wanderten also nicht in meinen Magen sondern blieben auf dem Teller. Ich bekam die Kartoffeln, die mindestens doppelt so lange hätten kochen müssen, gerade so herunter und wartete auf die Nachspeise: Es wurde Schokomousse mit Orangencreme und Krokant angekündigt...dazu kann ich nur sagen: Großartig. Ich haben selten eine bessere Nachspeise gegessen.

Die beiden Nächte verbringe ich im "Sleep in heaven" und wenn einer von euch mal in Kopenhagen sein sollte, dem kann ich dieses Hostel nur wärmstens empfehlen!

Vi ses senere!
Chrissi