Donnerstag, 30. Mai 2013

Vom Leben und Schlafen in der Højskole


So langsam werde ich ein bisschen schreibfaul...aber ich will ja auch niemanden langweilen, mit den immer gleichen Phrasen, wie toll es doch hier ist und so weiter. ;)
Letztes Wochenende waren in der Højskole Volunteere, die hatten dort ein Meeting und ich hab doch dort tatsächlich jemanden aus Halle getroffen. Er arbeitet auf einer kleinen Insel im Süden Fünens. Die Welt ist so ein Dorf, verrückt! Es waren auch noch andere Deutsche dabei und so hatte ich die Gelegenheit mal ein bisschen Muttersprache zu tanken. :)
In der Schule ist alles prima, das unterrichten fetzt und ich hab die Planung auch ziemlich gut im Griff. Und ich kann auch nur jetzt den Blog schreiben, weil ich alle kommenden Stunden schon geplant habe und sonst würde ich nur sinnlos in der Weltgeschichte rumsurfen. ;) 
Heute hat mich Helle gefragt, ob wir nichtmal in ihrer 0. Klasse einen deutschen Tag veranstalten sollen. Da habe ich natürlich sofort zugesagt. Die Kleinen sind auch so super niedlich.

Worauf ich mich nach dieser Zeit hier in Dänemark wirklich freue ist meine Wohnung. Alleine zu wohnen hat doch schon einige Vorteile. Niemand knallt Türen zu, denn die Türen in der Højskole haben keine klinken und man muss diese immer geräuschvoll zuknallen. Ich mein, ja es ist auch mal windig und dann kann ich das verstehen. Aber hingegen aller Vorurteile: Es ist NICHT immer windig hier Dänemark und dann sollte es erwachsenen Menschen doch möglich sein, Türen anständig zu schließen. Ich war auch immer der Meinung, das man eine Højskole besucht, um dort etwas zu lernen und nicht um eine Party nach der anderen zu feiern. Naja... falschgedacht! Letzte Woche (und auch einen Teil dieser Woche) wurde meine Fähigkeit "Partyschlafen" auf eine harte Probe gestellt. Findet die Party nur im Partykeller statt ist ja alles in Ordnung, aber einige Leute meinen, sie wohnen alleine und können deswegen nachts auf dem Flur rumrennen und Lärm machen und die Party auf dem Balkon (der sich nicht weit von meinem Fenster entfernt befindet) weiterzuführen. Man, man, man. Ich mag die Jungs und Mädels dort wirklich gerne, aber wenn ich keinen oder nur wenig Schlaf bekomme, da kann ich diese Sympathien schonmal vergessen (ich mein, der ein oder andere wird mich kennen, wenn ich unausgeschlafen bin ;) )

Naja, es gibt aber wiederum auch super tolle Partys am Wochenende, an denen ich natürlich teilnehmen kann, weil ja Wochenende ist. Oder gestern Abend zum Beispiel: Wir saßen alle gemütlich zusammen und Joana (eine Studentin der Højskole und super liebe Person) hat ein Gläschen Wein ausgegeben und dazu gab es Schinken und Cracker und Olivenöl...es war super lecker- es war echt super und wir hatten einen entspannten Abend.

Soviel erstmal heute, ich muss jetzt wieder zum Unterricht. :)

Viele Liebe Grüße
Vi Ses
Chrissi


Sonntag, 19. Mai 2013

KopenhagenKopenhagenKopenhagen!

In dieser Woche freute ich mich eigentlich bereits am Montag auf Freitag...ja ich weiß, dass geht vielen arbeitenden Menschen so, aber ich freue mich auf jeden neuen Tag in der Schule, von Montags bis Freitags. :) Ich hatte auch mächtig was zu tun in dieser Woche und fast wäre es in Stress ausgeartet, aber wie heißt es so schön: Organisation ist alles.
Freitag war es dann soweit: Es machte mich auf den Weg nach Kopenhagen. Ich hatte Glück, dass ich dort überhaupt noch ein Bett im Copenhagen Downtown Hostel (sehr zentral gelegen!) bekommen habe. Dies hätten fast drei, nein eher vier Umstände verhindert.
1. Es ist das Pfingstwochenende und vermutlich nutzen dies viele für ein verlängertes Wochenende.
2. Es war Eurovision Song Contest am Samstag in Malmö und wer kein Bett in Malmö gefunden hat, schläft eben in Kopenhagen,
3. Der Kopenhagen Marathon fand am Sonntag statt und die Läufer von außerhalb müssen logischerweise auch mal schlafen
4. Am Samstag war hier der Kopenhagener Carneval, viel Musik, viel Tanz und ein Umzug durch die ganze Stadt.

Naja nichtsdestotrotz habe ich ein schönes Bett gefunden und wollte diesesmal Dinge besuchen und machen, die bisher noch nicht in Kopenhagen gemacht habe. Samstag früh bin ich dann also gegen 8 aufgewacht und ich stand vor der schwierigen Entscheidung: Liegen bleiben und noch ein bisschen chillen oder aufstehen...naja ich entschied mich fürs ausfstehen und als ich nach dem Frühstück wieder zurück in Zimmer ging und die Schlange vor den Duschen sah wurde mir klar: Du hast alles richtig gemacht. ;)
Dann stand erstmal eine ausgiebige Shoppingtour an, in Brenderup gibts ja nichts (obwohl wir haben jetzt einen neuen Supermarkt....;) ). Naja ich bin dann am Samstag erstmal in langer Hose und langen Oberteil losgelaufen und es war so super warm...kann ja keiner damit rechnen, dass auch in Dänemark im Mai die 25°C erreicht werden.
Nach dem Shoppen also zurück ins Hostel und umgezogen und dann rauf auf eines der zahlreichen Canalboote am Gammel Strand...und es war echt cool und mit 75 Kronen auch gar nicht soooo teuer. Wir fuhren im Hafen umher und in Christianshavn und an der kleinen Meerjungfrau vorbei, die mal wieder übelst belagert wurde. Im Hafen vor dem königlichen  Schloss lag auch die Königsyacht Dannebrog, die ihren Namen...ihr ahnt es sicher schon...von der dänischen Flagge hat. Sehr imposant, wenn auch kein Mitglied der königlichen Familie auf dem Schiff zu sehen war. Während der Fahrt konnte man viele Dänen baden (!) sehen. Ich mein, es reicht ja auch aus, wenn die Außentemperatur zweistellig ist. ;) 

Anschließend machte ich mich auf den Weg zu Vor Frelsers Kirke, eine Kirche im Stadteil von Christianshavn. Ich wollte nun endlich mal Kopenhagen von oben sehen. Wie gesagt es war sehr warm und der Umstand der zahlreichen Stufen nach oben, machte es nicht kühler. Oben angekommen waren allerdings die Strapazen des Aufstieges vergessen, denn es bot sich mir ein ganz wunderbarer Blick über die Dächer Kopenhagens. Herrlich!  Meine "Mittagspause" verbrachte ich am Kanal von Christianshavn, so lässt es sich leben, sag ich euch. Ich suchte mir dabei auch direkt mal mein zukünftiges Hausbot aus. ;)






















Am Abend wollte ich dann sehen, wie die Dänen den ESC begehen...schließlich wird hier jede Kleinigkeit gefeiert, warum nicht auch das. Naja ich wusste nach kurzer Internetrecherche, das auf dem Rådhusplads eine Leinwand aufgebaut wird und dort bewegte ich mich dann gegen 19Uhr hin, hätte ja sein können, ich bekomme sonst keinen Platz mehr. Naja ich hätte ich auch genausogut gegen 20.59 dort auflaufen können und hätte immer noch einen ansprechenden Platz bekommen. Die Leute kamen alle so nach und nach gemütlich angeschlendert und auch der Aufbau von Kamera und Co erfolgte erst so gegen 20:45. Aber als dann Emmelie de Forest als 18. auftrat, waren unzählige Leute auf dem Plads und während beim Auftritt zuvor noch alle gemütlich auf dem Boden saßen, standen nun alle auf und tanzten und sangen mit unserer dänischen Teilnehmerin...sehr schön. 


Da es ohne Sonne schnell kalt wird, habe ich mich nach den Gesangsauftritten zurück ins Hostel bewegt, in der Hoffnung, dort weiter gucken zu können. Ja der Fernseher lief und traf drei irische Mädels und wir "fieberten" gemeinsam der Entscheidung entgegen. Unser Tisch wurde voller...wie das halt so ist und als Dänemark am Ende als Gewinner feststand wurde das bejubelt, allerdings nicht so überschwänglich wie erwartet,  es ist eben doch "nur" der ESC! Hier nochmal der Beitrag der niedlichen Waldelfe:



Wir ließen den Abend dann noch in einer schottischen Bar ausklingen.
 Hier aber nochmal der beste Grandprixauftritt ever ;)



Einen kleinen Strich durch die Rechnung hat mir am Sonntag der Regen gemacht...ja nach Sonnenschein folgt eben manchmal auch Regen. Eigentlich wollte ich in den Zoo und in den Botanischen Garten, da beides bei Regen nur bedingt Spaß macht, hab ich mich doch für Den Blå Planet, ein riesiges Aquarium, entschieden. 





Wer mir allerdings gesagt hat, dass ich nach Dänemark keinen Regenschirm mitnehmen muss,weiß ich bis heute nicht. Durchnässt kam ich dann am Aquarium an und stand noch ein bisschen weiter im Regen, denn es war eine recht große Schlange davor. Drinnen angekommen, war alle schon sehr beeindruckend, ich habe Nemo in seiner Anemonemone und einige Seepferdchen gesehen. Außerdem einen Teufelsrochen, einige kleinere Haie und Seesterne...also alles was man sonst so bei sich in der Badewanne nicht findet (und auch nicht finden sollte.)
Durchgefroren ging es dann zurück ins Hostel. Mal sehen was der Abend und der morgige Vormittag noch bringt. 
Also ihr werdet es erfahren.
Vis ses,
Herzallerliebste Grüße
Chrissi

Nachtrag:
Ja also Montag war ich nun doch nur ein bisschen spazieren, im Rosenborg Schhlospark und habe dort ganz entspannt meinen Kopenhagen Aufenthalt ausklingen lassen. :)





Sonntag, 12. Mai 2013

"You look really happy at the moment!"


Die Überschrift ist zurzeit irgendwie Programm. Irgendwann in dieser Woche sagte dies einer der Lehrer zu mir und ich konnte nur mit "Ja" antworten. Ich mein, wie kann man hier auch nicht glücklich sein. Die Menschen sind freundlich, das Unterrichten macht Spaß und die Kinder sind super, ich komme ganz gut rum hier und kann mir ein Bild von Land und Leuten machen. Und ich beschönige das jetzt nicht. Es ist einfach so: In Dänemark leben tatsächlich die glücklichsten Menschen. Natürlich ist auch hier nicht immer alles eitel Sonnenschein, an manchen Tagen regnet es auch und es gibt hier auch keine Thüringer Rostbratwurst. Naja alles kann man eben doch nicht haben. ;)

Die letzte Woche war eine sehr kurze, schließlich waren Donnerstag und Freitag frei. So durfte ich also nur Montag, Dienstag und Mittwoch in die Schule. Unterrichtet habe ich natürlich auch und ich bin immer wieder überrascht, wie gut das doch klappt, mit dem Englisch sprechen und unterrichten und natürlich in Zusammenarbeit mit den Lehrern, die als Dolmetscher fungieren. Nächste Woche ist dann eine komplette Unterrichtswoche angesagt. :)

Am Donnerstag war erst morgens mal wieder beim Spinning und dann abends war hier in der Højskole eine 50ies Party angesagt. Alle Mädels haben sich mehr oder weniger im 50ies Style angezogen (Die Jungs waren irgendwie nicht so kreativ wie wir), was die mitgebrachten Klamotten eben so hergeben. Es war echt lustig. 



Wie sollte es auch anders sein: Am Nächsten Tag hatte ich natürlich mal wieder etwas vor und musste so meinen müden Knochen nach nur wenigen Stunden aus dem Bett bewegen. Ich wollte mich nämlich mit Mary und Ute in Odense treffen und die beiden wollten/ sollten mir ein bisschen die Stadt zeigen. Naja... wer Feiern kann, kann auch aufstehen und so machte ich mich mit meinem Rad und jeder Menge Gegenwind auf nach Ejby (dort ist der nächste Bahnhof). In Odense angekommen, schlenderten wir erstmal ein bisschen durch die Stadt und landeten dann am Odense Å, also dem Fluss in Odense. Dort leihten wir uns ein Tretboot aus...das war echt schön. (Ich Depp hatte natürlich meine Kamera vergessen und konnte so leider nur mit meinem Handy Fotos machen.) Wir hatten echt viel Spaß auf dem kleinen Vandcykel. 




Anschließend sind noch weiter ein bisschen Spazieren gewesen. Nach einem netten Mittagessen beim Italiener, sind wir noch durch das ein oder andere Geschäft gebummelt. Dabei wurde auch die neuste Mode ausprobiert. ;)


Außerdem statteten Mary und ich (Ute hatte sich schon verabschiedet) noch dem Hans- Christian- Andersen Viertel einen Besuch ab. Das kannte ich zwar schon, aber es ist trotzdem immer wieder schön anzusehen. Odense ist auch echt eine schöne Stadt, sehr unaufgeregt und irgendwie idyllisch. Das ist überhaupt das tolle an dänischen Städten - im ersten Moment bist du noch mitten in der Stadt und im nächsten Moment stehst in einem riesigen Park mitten im Grünen. 

Abends gabs dann in der Højskole noch ein Lagerfeuer und am Samstag hab ich erstmal meine müden Knochen erholt. 
Nächstes Wochenende fahr ich nochmal nach Kopenhagen. Uh ich freu mich schon so.
Allen Müttern, vorallem natürlich meiner eigenen (nochmal. ;)) an dieser Stelle einen schönen Muttertag.

Also schöne Woche und Vi ses.
Chrissi

Sonntag, 5. Mai 2013

Seal Safari!

Wie toll, am Montag ging es endlich wieder richtig los in der Schule. Alle Lehrer und Kinder waren wieder da und alle waren froh, wieder in die Schule gehen zu dürfen. Es gab natürlich erstmal eine Fællestime mit allen Schülern und Lehrern. Es wurde gesungen und für alle Erwachsenen gab es Blumen (quasi als Willkommensgeschenk). :) 


Da die neunte Klasse leider kein Examen in Deutsch hat, wird ihr Stundenplan umgestellt, um sie entsprechend auf das Examen vorzubereiten. Das heißt, ich kann dort leider kein Deutsch mehr unterrichten, aber ich durfte Montag, Dienstag und Mittwoch noch drei Stunden unterrichten. Es ging um deutsche Erfindungen und es war echt cool vor der Klasse zu stehen. :) 

Am Mittwoch bin ich nach der Schule mit Jytte nach Bogense gefahren, ein ganz hübsches Örtchen so 20 Minuten von Brenderup entfernt. Wir spazierten ein bisschen an der See entlang...diese frische Seeluft ist einfach herrlich. Nach einer kleinen Eispause (natürlich hab ich mich wieder vollgekleckert.) führte Jytte mich durch Bogense und dank der kleinen Broschüre aus der Touristeninformation erfuhr ich sehr viele interessante Dinge. 



Das weiße Haus ist wohl eines des kleinsten in Dänemark, es umfasst gerade mal 23m². Also kleiner als meine Wohnung!

Bogense Rathaus mit einem zauberhaften Glockenspiel



Wie ihr seht, war auch auf diesem Ausflug die Sonne meine Begleiterin...irgendwas scheine ich richtig zu machen. ;)

Am Samstag war ich wieder mit Ute und Mary unterwegs. Wieder ging es Richtung Westen, auf die Insel Mandø. Aber nicht mit dem Auto, sondern mit einem Traktorbus. Mandø ist nämlich während der Flut von der Aussenwelt abgeschnitten und man hat nur ein Zeitfenster von 6 Stunden um trockenen Fußes (oder auch Rades) auf die Insel zu kommen.




Angekommen auf der Insel hatten wir noch etwas Zeit, bevor der eigentliche Tageshöhepunkt starten sollte: Die Seehundsafari. Wir spazierten also ein bisschen auf der Insel rum, die in den Wintermonaten gerade 32 Einwohner beherbergt und im Sommer auch auf kaum mehr als 50 Einwohner kommt. Diese verteilen sich dann auf der 8km² kleinen Insel. Deutlich größer erschien mir da doch die 20km³ große Sandbank Koresand südwestlich von Mandø. Dort fuhren wir also mit dem Traktorbus umher. Erstmal zur Orientierung, so sah das Ding aus:


Wir fuhren dann erstmal in Richtung Wasser und was am Anfang noch ganz witzig war, mit dem gewackel und geschaukel, entpuppte sich schnell als anstrengender als die Stunde Spinning vom Samstagmorgen. 




Nach ner guten dreiviertel Stunde Fahrt waren wir dann an der Stelle wo uns die neugierigen Seehunde erwarten sollten. Naja sie waren neugierig und schüchtern zugleich, denn sie schauten uns zwar immer wieder an, aber eben aus sicherer Entfernung im Wasser. Die ein oder andere kam dann aber noch ein bisschen näher. Dies entschädigte für die Ruckelfahrt mit dem Traktorbus.




Auf dem Rückweg...naja was soll ich sagen:es war halt wieder ruckelig.

Alles in allem war es echt ne coole Woche und ich merke immer wieder, wie rasend schnell die Zeit hier vergeht. Jetzt ist schon Mai!

Übrigens noch was zu einer Eigenart der Dänen: In der letzten Woche war es, trotz der vielen Sonne, insgesamt noch nicht soooo warm, weil es eben immer windig ist. Aber bei den Dänen scheint schon Sommer zu sein: Kurze Hosen und T- Shirts bei vielleicht 10-11°C! Ich hoffe mal die Temperaturen steigen in den nächsten Tagen!

Also das wars erstmal
Vis ses,
Chrissi